Dilemma Deutschland

In keinem „reichen“ Land wird so viel Insulin gespritzt wie in Deutschland! Wie kommen die anderen Länder klar? Was stimmt bei uns nicht?
>Durch die Einführung der Disease-Management-Programme und des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs ist es gelungen, dass chronisch Kranke von den Krankenkassen nicht mehr als Risikoversicherte betrachtet werden und die Lasten gerecht verteilt werden! Wie jedes wirksame Medikament Nebenwirkungen hat, birgt auch dieses System solche in Form von finanziellen Fehlanreizen. Bekommt ein Versicherter eine Insulintherapie, erhält die Krankenkasse aus dem Morbi-RSA eine Vergütung in Form der hierarchisierten Morbiditätsgruppe 20 (HMG 20), die mit 2249 Euro üppig ausgestattet ist. Diese Summe umfasst aber nicht allein die Kosten der Insulintherapie, sondern ist auch auf das Risiko für künftige Kosten des chronisch Kranken ausgerichtet. Man geht davon aus, dass ein Insulin-behandelter Patient mit Diabetes kränker ist, als einer mit Tablettentherapie. Gut eingestellte Patienten mit Insulintherapie sind daher sehr attraktiv für die Kassen, so dass man versucht, sie durch Extraleistungen wie etwa Flash-Glucose Monitoring zum Kassenwechsel zu bewegen. Die Nebenwirkung dieses Anreizsystems ist aber, dass die meisten Krankenkassen Lebensstil-Interventionsprogramme bei Typ-2-Diabetes, die möglicherweise zum Absetzen der Insulintherapie führen oder sogar die Erkrankung in eine Remission bringen können, nicht fördern. < (Dr. Stephan Martin)

"Wer nicht hofft, wird Unerhofftes nicht finden; denn es ist unaufspürbar und unzugänglich." (Heraklit von Ephesos)
Das SYSTEM der deutschen Diabetes-2 Behandlung ist suboptimal. Heilung ist gar nicht vorgesehen.Der Diabetiker Typ 2 wird dem System so lange wie möglich erhalten und verbleibt bis zu seinem Tod in diesem Zustand.
ZUGEGEBEN: diejenigen Erkrankten und Gefährdeten die nichts ändern wollen, profitieren vom System. Aber allen Denjenigen, denen unterstellt wird zu träge für eine Veränderung zu sein, schadet das System geradezu.
Eine etwa 30 € teure Untersuchung, die wohl auch jeder selbst gern für diesen Zweck bezahlen würde, brächte Klarheit darüber ob die Bauchspeicheldrüse noch genug Insulin produziert. Dann wüsste der Patient genau, dass es an ihm allein liegt, wie es mit ihm weiter geht. Auf diese Möglichkeit wurde ich nicht hingewiesen und eine Nachfrage meinerseits wurde lapidar abgeschmettert: "Wieso? Insulin funktioniert doch. Die Untersuchung ist viel zu teuer!"
Muss man dazu noch etwas sagen oder schreiben?